József Nyírő [ˈjoːʒɛf ˈɲiːrøː] (* 18. Juli 1889 in Székelyzsombor (Jimbor, Siebenbürgen), Österreich-Ungarn; † 16. Oktober 1953 in Madrid) war ein völkischer ungarischer Schriftsteller und Politiker. Nach Albert Wass gilt er als Hauptvertreter dieser Strömung in Ungarn und wird neben ihm in populistischen Kreisen als Nationaldichter verehrt.
Leben
Nyírő gehörte zur Bevölkerungsgruppe der Szekler in Siebenbürgen und besuchte das katholische Gymnasium in Székelyudvarhely, eine weiterführende Ausbildung genoss er am katholischen Kollegium in Alba Iulia und Wien. Ab 1919 war er zunächst als katholischer Geistlicher im nunmehr rumänischen Kreis Cluj tätig. Als er seine Jugendliebe heiratete, wurde er von der katholischen Kirche exkommuniziert. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kirchenamt arbeitete er als Mühlenbetreiber, später als Journalist.
Im Jahre 1941, nachdem Siebenbürgen durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch an das von Miklós Horthy regierte Ungarn angeschlossen wurde, zog er als Abgeordneter für Siebenbürgen nach Budapest. Dort wurde er Herausgeber der Wochenzeitschrift "Magyar Erő" (Ungarische Kraft). Da sein völkisches Schrifttum mit dem Nationalsozialismus kompatibel erschien, wurde Nyírő ab 1941 zur Teilnahme an den vom NS-Literaturbetrieb organisierten Europäischen Dichtertreffen in Weimar eingeladen.
Nach dem Putsch der faschistischen Pfeilkreuzler unter Ferenc Szálasi war Nyírő ab Oktober 1944 Mitglied des sogenannten „Pfeilkreuzler-Parlaments“. Im März 1945 flüchtete er mit dem Sonderzug dieses Parlaments vor der anrückenden Roten Armee nach Deutschland.