Judith Gautier (geboren am 25. August 1845 in Paris als Judith Louise Charlotte Ernestine Gautier; gestorben am 26. Dezember 1917 in Dinard) war eine französische Schriftstellerin. Sie war Dichterin, Übersetzerin und verfasste historische Romane.
Leben
Judith Gautier war die älteste Tochter von Théophile Gautier und Ernesta Grisi, der Schwester von Carlotta Grisi. Ihr Vater, selbst Dichter, nannte Judith das „vollkommenste seiner Gedichte“. Sie verbrachte ihre frühe Kindheit in völliger Freiheit mit einem eigenen Kindermädchen, was ihre spätere Erziehung in einem katholischen Mädchenpensionat umso schwieriger gestaltete.
Später lebte sie mit ihrer Schwester Estelle wieder beim Vater, der sie mit seinen Künstlerkollegen bekannt machte, darunter Charles Baudelaire und die Brüder Goncourt. So erhielten die Töchter auch Malunterricht durch Auguste Herst. Judith Gautier versuchte sich – mit Misserfolg – als Übersetzerin von Edgar Allan Poe. Sie wurde vom politischen Flüchtling Din Dunling in die chinesische Sprache und Kultur eingeführt, entwickelte eine Leidenschaft für buddhistischen, aber auch keltischen Okkultismus und sah sich als eine Wiedergeburt einer klassischen chinesischen Prinzessin. In ihrem ersten größer publizierten Werk, Das Jadebuch, übertrug sie mit Din als Mentor chinesische Gedichte ins Französische. Es folgten drei Romane mit zunehmend schwächeren Auflagen sowie in den 1880er Jahren kürzere Geschichten, Aufsätze und Kinderbücher. Ihr Werk blieb stark auf den Fernen Osten, China und Japan fokussiert.