Porträt von Karl Hilty
Foto: Emil Vollenweider (1849–1921) · Wikimedia Commons

Autor

Karl Hilty

Schweizer Staatsrechtler

Geboren
28. Februar 1833, Werdenberg
Gestorben
12. Oktober 1909, Clarens
Staatsangehörigkeit
Schweiz
Beruf
Richter, Philosoph, Hochschullehrer, Politiker und Suffragist

Leben und Werk

Carl Andreas Hilty (* 28. Februar 1833 in Werdenberg bei Grabs, Kanton St. Gallen; † 12. Oktober 1909 in Clarens bei Montreux) war ein Schweizer Staatsrechtler, Politiker, Ethiker und Laientheologe.

Familie und frühe Karriere

Hilty wurde als Sohn des in Chur tätigen Arztes Johann Ulrich Hilty geboren, der 1835 wegen der über Jahrhunderte gewachsenen Verbundenheit seiner Familie mit der Ortschaft Werdenberg das verwahrloste Schloss Werdenberg ersteigerte. Seine aus Chur stammende Frau Elisabeth (geb. Kilias), die bereits 1847 verstarb, war die Tochter eines ehemaligen französischen Regimentsarztes.

Nach dem Besuch der Volksschule in Chur absolvierte Hilty dort von 1844 bis 1850 die Evangelische Kantonsschule.

Von 1851 bis 1853 studierte Hilty Jurisprudenz an der Universität Göttingen und promovierte 1854 an der Universität Heidelberg zum Doctor iuris utriusque. Im Anschluss unternahm er Sprachreisen nach Paris und London.

Von 1855 an leitete er für fast zwei Jahrzehnte eine Anwaltskanzlei in Chur. Schon in dieser Zeit fühlte er sich als Verfechter der direkten Demokratie berufen, da er als Nichtbürger des Kantons Graubünden «keinerlei bloss aus dem Blute stammende Vorliebe für die althergebrachten Institutionen des Landes» hatte.

1857 heiratete Hilty nach kurzer Verlobungszeit Johanna Gaertner, die aus einer liberalen preußischen Juristenfamilie stammte. Ihr bereits 1842 verstorbener Vater Gustav war Rechtsprofessor in Bonn gewesen. Ihre Mutter Marie Simon, die in Breslau als Tochter eines Gerichtsrates und Vorsitzenden der preußischen Juristenprüfungskommission geboren wurde, hatte 1849 einen politischen Roman über die Deutsche Revolution von 1848/1849 geschrieben und veröffentlicht. In der nachfolgenden Reaktionsära musste sie offenbar wie ihr Bruder Heinrich Simon, der ein prominentes Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung gewesen war, wegen ihrer liberalen Ansichten in die Schweiz flüchten. Johannas Patenonkel war der nationalistische und demokratische Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, der ebenfalls ein ehemaliger Abgeordneter der Nationalversammlung war.

Text: “Carl Hilty”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Karl Hilty

1 buch