Porträt von Leo Polak
Foto: unbekannter Urheber · Wikimedia Commons

Autor

Leo Polak

Niederländischer Philosoph

Geboren
6. Januar 1880, Steenwijk
Gestorben
9. Dezember 1941, KZ Sachsenhausen
Staatsangehörigkeit
Königreich der Niederlande
Beruf
Philosoph, Hochschullehrer und Jurist

Leben und Werk

Leonard Polak (* 6. Januar 1880 in Steenwijk; † 9. Dezember 1941 im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg) war ein niederländischer Philosoph, Humanist und Freidenker.

Leben

Polak studierte an der Universität Leiden Rechtswissenschaften und schloss 1903 sein Examen „cum laude“ ab. Er promovierte 1921 mit einer Dissertation über „De zin der vergelding“ (Der Sinn der Vergeltung). Im Anschluss war er als Privatdozent für Epistemologie an der Universität von Amsterdam tätig. Er heiratete Henriëtte Antoinette Schwarz (1893–1974), eine der Erbinnen der Essenzfabrik Polak & Schwarz. Sie bekamen drei Töchter. 1925 wurde Leo Polak „bijzonder hoogleraar“ (besonderer Professor – extern finanziert) an der Universität Leiden für Philosophie und Recht. Drei Jahre später wurde er in der Nachfolge von Gerard Heymans im Jahr 1928 zum Professor für Philosophie an die Reichsuniversität Groningen berufen. Mitte der zwanziger Jahre wurde er als Freidenker aktiv und Mitglied der niederländischen Liga der Atheisten ‚De Dageraad’ (Der Tagesanbruch). Er hielt unter anderem Lesungen über das Thema im Rundfunk VRO (Vrijdenkers Radio Omroep – Freidenker Hörfunk).

Polak, der als Neukantianer gilt, wurde 1931 zum Vorsitzenden des Vorstandes der niederländischen Kant-Gesellschaft gewählt. Philosophie war ihm vor allem eine Wissenschaft von der Einheit des Wissens. Philosophische Probleme müssen und können auf rationale Weise bewältigt werden. In Anlehnung an die Stoa und Spinoza vertrat er die Autonomie des Subjekts. In der Ethik wie im Recht ist der Verstand Quelle unabänderlicher objektiver Regeln und Normen. Arbeitsschwerpunkte von Polak waren Rechtsphilosophie, insbesondere im Strafrecht, und Sexualethik. Krieg verurteilte Polak als das größte Übel der Gegenwart, das durch kein rationales Argument gerechtfertigt werden kann. Strafen können nur durch redistributive Gerechtigkeit begründet werden.

Text: “Leo Polak”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Leo Polak

2 bücher