Porträt von Léon Werth
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Autor

Léon Werth

Französischer Schriftsteller und Kunstkritiker

Geboren
16. Februar 1878, Remiremont
Gestorben
13. Dezember 1955, Paris
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Journalist, Essayist, Romancier, Schriftsteller und Drehbuchautor

Leben und Werk

Léon Werth (* 17. Februar 1878 in Remiremont; † 13. Dezember 1955 in Paris) war ein französischer Schriftsteller und Kunstkritiker. Er ist Autor zweier berühmter Antikriegsromane. Werth ist auch für seine enge Freundschaft zu dem französischen Autor Antoine de Saint-Exupéry bekannt.

Leben

Léon Werth stammt aus einer assimilierten jüdischen Familie. Da er ein hervorragender Schüler war, gewann er einen Preis für Philosophie beim Concours général, einem landesweiten Wettbewerb für Gymnasiasten in Frankreich. Anschließend wurde er Schüler am renommierten Lycée Henri IV. Dennoch brach er seine Schullaufbahn ab, um als Redakteur für verschiedene Zeitschriften zu arbeiten. Er führte ein unstetes Leben und widmete sich der Schriftstellerei und dem Beruf des Kunstkritikers. Er verkörperte eine sehr unabhängige und liberale Geisteshaltung und übte Kritik an Kirche und Klerus sowie am Bürgertum. Sein Roman „La maison blanche (Das weiße Zimmer)“ wurde 1913 für den Prix Goncourt vorgeschlagen. 1914 zog er als Soldat in den Ersten Weltkrieg, wo er bis zu seiner Verwundung 15 Monate an der Front kämpfte. Dieser Krieg zeichnete ihn dauerhaft und machte aus ihm einen überzeugten Pazifisten. Seine Erlebnisse fasste er in der pessimistischen und gnadenlos kriegskritischen Erzählung „Clavel Soldat“ zusammen. Nach dessen Erscheinen im Jahr 1919 verursachte das Werk einen Skandal. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wetterte er mit spitzer Feder gegen den Kolonialismus (Cochinchine, erschienen 1928), indem er sowohl die koloniale Begeisterung Frankreichs zu dieser Zeit kritisierte als auch Stalin der Hochstapelei bezichtigte. Auch zeigte er sich besorgt über den aufkommenden Nationalsozialismus. 1931 machte er die Bekanntschaft von Antoine de Saint-Exupéry, woraus sich eine große Freundschaft entwickeln sollte. Saint-Exupéry widmete ihm sein bekanntestes Werk, „Der Kleine Prinz“. Nach der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg konnte Werth in den anfangs unbesetzten Französischen Jura vor der deutschen Verfolgung der Juden in Frankreich flüchten. Die nächsten vier Jahre konnte er sich dort mit Unterstützung seiner Nachbarn in seinem Ferienhaus verstecken. Sein 900 Seiten starkes Tagebuch über die Zeit von 1940 bis zur Befreiung erschien 1946 unter dem Titel „Déposition“ („Zeugenaussage“). Ein Jahr nachdem er dem Prozess gegen Pétain beigewohnt hatte, publizierte er darin seine kritischen Notizen zur Zeit des Vichy-Regimes.

Text: “Léon Werth”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Léon Werth

1 buch