Louis Émile Pergaud (* 22. Januar 1882 in Belmont, Département Doubs; † 8. April 1915 bei Marchéville-en-Woëvre, Département Meuse) war ein französischer Schriftsteller.
Leben und Schaffen
Louis Pergaud wuchs auf in seinem Geburtsort Belmont nahe Besançon als zweites Kind eines Dorfschulmeisters und einer Bauerntochter. Ein erster Bruder, Pierre (9. August 1880 – 5. Oktober 1880), war noch als Säugling gestorben, ein jüngerer, Lucien (1883–1973), überlebte ihn um fast 60 Jahre. Mit 16 (1898) bestand Pergaud mit Glanz die Aufnahmeprüfung für das Lehrerseminar in Besançon, das er, ebenfalls sehr gut benotet, 1901 verließ. Anschließend wurde er, mit knapp 19, Dorfschullehrer in Durnes (Département Doubs). Ein Jahr später wurde er zum Militär in Belfort eingezogen, und zwar, da ihm die Ausbildung am Seminar den Abiturientenstatus verschafft hatte, zum verkürzten einjährigen Dienst. Danach (1903) war er wieder Lehrer in Durnes und heiratete mit gerade 21 (seine Eltern hatte er mit 18 kurz nacheinander verloren), Marthe Caffot, eine Kollegin aus dem Nachbardorf La Barèche.
Inzwischen hatte er zu schreiben begonnen, und zwar, wie bei jungen Autoren damals üblich, zunächst Gedichte. 1904 ließ er sie gesammelt unter dem Titel L’Aube (Die Morgenröte) erscheinen, unterstützt von dem wenig älteren Belforter Freund und Lyrikerkollegen Léon Deubel.
Als 1905 in Frankreich Kirche und Staat getrennt und das Primarschulwesen neu geordnet, d. h. in der Regel laisiert wurde, wurde Pergaud versetzt in ein anderes Dorf des Départements, Landresse. Hier brachte ihn seine Weigerung, im Sinne der katholischen Kirche zu unterrichten und auch privat Frömmigkeit zu demonstrieren, in Konflikt mit den Honoratioren des Dorfes.