Porträt von Louis-René de Caradeuc de La Chalotais
Foto: unbekannter Urheber · Wikimedia Commons

Autor

Louis-René de Caradeuc de La Chalotais

Französischer Jurist

Geboren
6. März 1701, Rennes
Gestorben
12. Juli 1785, Rennes
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Jurist

Leben und Werk

Louis-René de Caradeuc de La Chalotais (* 6. März 1701 in Rennes; † 12. Juli 1785 in Rennes) war ein französischer Jurist.

Politik

La Chalotais war sechzig Jahre lang Generalprokurator des Parlaments der Bretagne. Er war ein glühender Gegner der Jesuiten. 1761 entwarf er für das Parlament ein Memorandum über die Konstitutionen des Ordens, das sehr zu ihrer Unterdrückung in Frankreich beitrug. 1763 veröffentlichte er das Essai d’éducation nationale, in dem er ein Programm wissenschaftlicher Studien als Ersatz für die von den Jesuiten gelehrten vorschlug. Im gleichen Jahr begann der Konflikt zwischen den Landständen der Bretagne und dem Statthalter der Provinz, dem Herzog von Aiguillon. Die Stände weigerten sich, den außerordentlichen Abgaben zuzustimmen, die von Aiguillon im Namen des Königs verlangt worden waren. La Chalotais war ein persönlicher Feind Aiguillons, und als das Parlament der Bretagne sich auf die Seite der Stände stellte, nahm er die Führungsrolle in seiner Opposition ein. Das Parlament verbot per Erlass die Erhebung von Steuern ohne Zustimmung der Landstände. Der König hob diese Dekrete auf, worauf bis auf zwölf alle Mitglieder des Parlaments zurücktraten (Oktober 1764 bis Mai 1765). Die Regierung betrachtete La Chalotais als einen der Urheber dieser Affäre.

Zu dieser Zeit erhielt der für die Angelegenheiten der Provinz zuständige Staatssekretär Louis Phelypeaux (1705–1777), zwei anonyme und beleidigende Briefe. La Chalotais wurde verdächtigt, sie geschrieben zu haben, und drei Experten für Handschriften bestätigten seine Urheberschaft. Die Regierung verhaftete deshalb ihn, seinen Sohn und vier weitere Mitglieder des Parlaments. Die Festnahme wurde ein öffentlicher Skandal, und es wurde viel von „Despotismus“ geredet. Voltaire behauptete, dass der Prokurator in seinem Gefängnis in Saint-Malo dazu gedemütigt worden sei, mangels Tinte seine Verteidigung mit einem in Essig getauchten Zahnstocher zu schreiben. Anscheinend war dies reine Legende, aber die öffentliche Meinung in ganz Frankreich wurde nachhaltig gegen die Regierung erregt. Am 16. November 1765 wurde eine Richterkommission ernannt, um den Prozess zu übernehmen. La Chalotais hielt den Prozess für illegal; als Generalprokurator nahm er das Recht in Anspruch, eine Verhandlung im Parlament in Rennes zu bekommen, oder andernfalls im Parlament von Bordeaux, gemäß den Gewohnheiten der Provinz. Die Richter wagten es nicht, ein Urteil auf der Basis von Handschriftenanalysen auszusprechen, und bis zum Ende des Jahres hatte sich noch nichts bewegt.

Text: “Louis-René de Caradeuc de La Chalotais”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Louis-René de Caradeuc de La Chalotais

1 buch