Porträt von Louis-Sébastien Mercier
Foto: François Bonneville · Wikimedia Commons

Autor

Louis-Sébastien Mercier

Französischer Schriftsteller

Geboren
6. Juni 1740, Quai du Louvre
Gestorben
25. April 1814, Rue de Seine
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Schriftsteller, Politiker, Journalist, Dramatiker und Science-Fiction-Schriftsteller
Strömung
Aufklärungsphilosophie
Wichtige Werke
Das Jahr 2440: ein Traum aller Träume

Leben und Werk

Louis-Sébastien Mercier (* 6. Juni 1740 in Paris; † 25. April 1814 ebenda) war ein französischer Schriftsteller.

Leben

Mercier verfasste schon früh aufgeklärte Romane, philosophische Abhandlungen und Dramen wie Jennval (1769), Natalie (1775) oder La Destruction de la ligue (1782).

Sein berühmter Roman L’an deux mille quatre cent quarante. Rêve s’il en fût jamais (1771) markiert die Wende im utopischen Genre von der Ferne in die Zukunft. Er beschreibt die Zeitreise eines Menschen aus dem Paris des Jahres 1769 in das Paris von 2440 und verlegt somit das ideale Gemeinwesen in die Zukunft eines existierenden Raumes. Mit seinem Roman beginnt die Verzeitlichung der Utopie (Reinhart Koselleck). Das zunächst anonym erschienene Werk erlebte zahllose Neuauflagen und gilt als ein Markstein der Entstehung der Science-Fiction-Literatur. Auch für die Entwicklung der Geschichtsphilosophie ist es wichtig.

In seinem Tableau de Paris (1781) stellt er Impressionen aus dem Alltagsleben der Großstadt zusammen. Damit begründete er eine neue Form der Stadtbeschreibung und setzte neue Akzente für die Wahrnehmung städtischen Lebens. Die insgesamt 1049 Kapitel folgen einer im Aufbau und Sprachduktus gleichförmigen Struktur, die auf den ersten Blick an eine Enzyklopädie erinnert. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass der Inhalt der Kapitel den objektivierten Aussagen einer Enzyklopädie widerspricht. Der sachlichen Beschreibung setzte Mercier in seinem Tableau eine von ihm selbst erlebte und erforschte urbane Wirklichkeit entgegen. Um ihre brodelnden und kontrastreichen Fragmente beschreiben zu können, entwickelte er vier Techniken, mit denen er den von ihm erlebten Phänomenen Präsenz und Nachdruck verlieh, seine Leser neugierig machte oder verstörte. Auf diese Weise sollte die Wahrnehmung und das herkömmliche Wissen „von den Schlacken der Irrtümer und der Trübung jahrhundertelanger Unwissenheit befreit und geklärt“ werden.

Text: “Louis-Sébastien Mercier”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Louis-Sébastien Mercier

1 buch