Giles Lytton Strachey [ˌlɪtən ˈstreɪtʃi] (* 1. März 1880 in London; † 21. Januar 1932 in Ham, Wiltshire nahe Hungerford in Berkshire) war ein britischer Biograf, Kritiker und Schriftsteller.
Leben
Lytton Strachey war der Sohn eines Ingenieurs und entstammte einer kinderreichen Familie. Am nächsten standen ihm zeit seines Lebens sein jüngerer Bruder James und sein Cousin, der Maler Duncan Grant, mit dem ihn auch eine Liebesgeschichte verband. Für Virginia Woolf, der er trotz seiner Homosexualität 1909 einen Heiratsantrag gemacht, aber am nächsten Tag schon widerrufen hatte, blieb er „der perfekte Freund“.
Nach dem Beginn eines Geschichtsstudiums an der Universität Liverpool studierte er von 1899 bis 1905 am Trinity College in Cambridge, wo er durch Freundschaften mit John Maynard Keynes, Leonard Woolf, E. M. Forster und Clive Bell in Kontakt mit der Bloomsbury Group kam. Dort lernte er die beiden Schwestern Virginia Stephen (verheiratete Woolf) und Vanessa Stephen (verheiratete Bell) kennen. Mit ihnen und anderen „Bloomsberries“, wie Lady Ottoline Morrell, verbrachte er viele Abende in deren gastlichen Häusern.
Von 1904 bis 1914 schrieb er Buch- und Theaterkritiken für das Magazin The Spectator, veröffentlichte Poesie und schrieb ein wichtiges Werk der Literaturkritik, Landmarks in French Literature (1912).
Während des Ersten Weltkrieges verweigerte er den Kriegsdienst aus Gewissensgründen.
Sein erster großer Erfolg und sein bekanntestes Werk war das 1918 veröffentlichte Eminent Victorians, eine Sammlung von vier Kurzbiographien viktorianischer „Helden“. Mit seiner typisch sarkastischen Art zeigte er ihre menschlichen Schwächen auf und das, was er für die Heuchelei im Zentrum der viktorianischen Moral hielt.