Madison Grant (* 19. November 1865 in New York; † 30. Mai 1937 ebenda) war ein US-amerikanischer Rechtsanwalt und Verfasser rassentheoretischer Werke. Er war u. a. Verwaltungsrat im American Museum of Natural History und Mitgründer des Bronx Zoos.
Leben
Grant wurde als Sohn einer alten angloamerikanischen Familie schottischer Herkunft in New York geboren. Sein Vater Gabriel Grant war ein bekannter Arzt, der während des Bürgerkriegs für seine Verdienste ausgezeichnet wurde. Seine Mutter Caroline Manice war eine Nachfahrin von Jessé De Forest, der 1623 zu den ersten Kolonisten Nordamerikas gehörte. Über die Linie des Vaters war Grant mit Robert Treat Paine, einem der Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, verwandt. Grant studierte an der Yale University und an der Columbia Law School Jura. Danach arbeitete er als Rechtsanwalt; sein Hauptinteresse galt allerdings den Naturwissenschaften, wobei er sich bald der Eugenik zuwandte.
Der Anthropologe Alexander Goldenweiser hielt Grants Hauptwerke The Passing of the Great Race (1916) und The Conquest of a Continent (1933) für bewundernswerte Beispiele für in ein wissenschaftliches Gewand gekleidete rassistische Vorurteile. In diesen beiden Schriften hat Grant die Aussagen von William Z. Ripleys einflussreicher Rassentaxonomie The Races of Europe (1899) ins Nordizistische gewendet.
Der Autor Jonathan Spiro (2008) nennt Grant den Führer der eugenischen Bewegung in den USA. Madison Grant verbreitete die Auffassung von den Blondhaarigen und Blauäugigen als der „Herrenrasse“ und forderte, dass der Staat die Abkömmlinge „minderer Rassen“ vernichten (eliminate) soll, welche keinen „Wert“ (value) für die Gesellschaft hätten. Seine Werke waren in den USA der 1920er Jahre sehr populär, da sie zu einer Welle der konservativen Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen und zu einer einwandererfeindlichen Stimmung passten. Vor allem süd- und osteuropäische, jüdische und ostasiatische Einwanderer waren jetzt nicht mehr willkommen.