Autor
Marc Lescarbot
Französischer Anwalt und Reisender, Verfasser einer Geschichte Neufrankreichs
- Geboren
- 1570, Vervins
- Gestorben
- April 1641, Presles-et-Boves
- Staatsangehörigkeit
- Frankreich
- Beruf
- Dichter, Historiker, Rechtsanwalt, Forschungsreisender und Jurist
Leben und Werk
Marc Lescarbot (* um 1570 in Vervins in Thiérache; † 1642 in Presles-et-Boves) war ein nordfranzösischer Anwalt, Reisender und Autor. Sein wichtigstes Werk ist eine Geschichte Neufrankreichs, die Histoire de la Nouvelle-France, die erstmals 1609 erschien. Es wurde dreimal aufgelegt, wurde zweimal ins Englische und einmal ins Deutsche übersetzt. Henry P. Biggar nannte ihn den „französischen Hakluyt“ (nach dem englischen Geographen Richard Hakluyt). Besonders wichtig sind seine zeitgenössischen historischen und ethnologischen Beobachtungen und Aufzeichnungen, insbesondere der Gesänge der Indianer der Ostküste Nordamerikas.
Herkunft, Anwaltskarriere, Übersetzungen
Marc Lescarbot wurde im Grenzraum zwischen Frankreich und den Spanischen Niederlanden geboren, östlich von Soissons. Seine Familie kam wahrscheinlich aus Guise in der Picardie, doch berichtet er selbst, seine Vorfahren seien aus Saint-Pol-de-Léon in der Bretagne gekommen.
Zunächst besuchte er das Collège in Vervins, dann in Laon, wo er von Bischof Valentin Duglas (auch Douglas) protegiert wurde, der dieses Amt von 1581 bis 1598 innehatte. So konnte Lescarbot mit einem Stipendium nach Paris gehen. Dort erhielt er eine klassische Bildung, lernte vor allem Latein, Griechisch und Hebräisch. Hinzu kam ein breites Wissen über antike und moderne Literatur. Danach studierte er kanonisches und bürgerliches Recht, ein Studium, das er 1598 als Baccalaureus abschloss.
Bei den Verhandlungen im Vorfeld des Vertrags von Vervins zwischen Spanien und Frankreich, der am 2. Mai 1598 abgeschlossen wurde, übernahm er eine Nebenrolle. Doch hielt er eine lateinische Rede, als die Verhandlungen ins Stocken gerieten. Nach dem Friedensschluss publizierte er Friedensgedichte und eine Inschrift. 1599 wurde er in das Parlement de Paris als Anwalt geholt. Nebenbei übersetzte er drei lateinische Werke ins Französische. Es entstanden: Discours de l’origine des Russiens, die Discours véritable de la réunion des églises von Kardinal Cesare Baronio und der Guide des curés von Karl Borromäus. Letzteres widmete er zwar dem neuen Bischof von Laon, Godefroy de Billy, doch publizierte er es erst 1613, ein Jahr nach dessen Tod.
Text: “Marc Lescarbot”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

