Autor
Margaret Crittenden Douglass
US-amerikanische Frau, die 1854 einen Monat im Gefängnis war, weil sie freie schwarze Kinder unterrichtet hatte
- Geboren
- 1822, Washington, D.C.
- Staatsangehörigkeit
- Vereinigte Staaten
- Beruf
- Erzieherin
Leben und Werk
Margaret Crittendon Douglass (* 1822 in Washington, D.C.; † nach 1854) war eine US-amerikanische Frau, die 1854 einen Monat im Gefängnis saß, weil sie freie schwarze Kinder in Norfolk, Virginia, unterrichtet hatte. Sie verteidigte sich vor Gericht selber und veröffentlichte später ein Buch über ihre Erfahrungen. Ihr Fall machte die Öffentlichkeit auf die äußerst restriktiven Gesetze gegen die Alphabetisierung der Afroamerikaner im amerikanischen Süden vor dem Bürgerkrieg aufmerksam.
Leben und Werk
Douglass wurde in Washington, D.C. geboren und ihre Familie zog nach Charleston (South Carolina), als sie noch sehr jung war. Sie heiratete und zog zwei Kinder groß. Nach dem Tod ihres Sohnes zog sie 1845 mit ihrer Tochter nach Norfolk (Virginia), wo sie als Näherin arbeitete.
1852 sah sie in einem Friseurladen in Norfolk im hinteren Teil des Geschäftes zwei kleine schwarze Jungen, die Rechtschreibbücher studierten. Der Friseur sagte, es seien seine Kinder und es gäbe niemanden, der kleine farbige Kinder unterrichten würde. Daraufhin erteilte sie den fünf Kindern des Friseurs kostenlosen Unterricht in Lesen und Schreiben. Die positiven Erfahrungen mit diesen Kindern ermutigten sie, einige Monate später eine Schule in ihrem Haus zu errichten. Sie wusste, dass es illegal war, Sklaven zu unterrichten, und so nahm sie nur freie schwarze Kinder auf. Im Juni 1852 eröffnete sie ihre Schule mit 25 Jungen und Mädchen. Am 9. Mai 1853 verhafteten sie zwei Stadtpolizisten in ihrem Haus wegen Verstoßes gegen das Gesetz von Virginia. Douglass plädierte für Unwissenheit über das Gesetz und war entsetzt, als ihr der Bürgermeister erklärte, dass das Unterrichten eines schwarzen Kindes in Virginia rechtswidrig sei. Sie sagte dem Bürgermeister, dass sie nicht gewusst habe, dass es illegal sei, freie Schwarze zu unterrichten, und der Bürgermeister wies den Fall ab. Die Grand Jury hörte jedoch von dem Fall und beschuldigte sie trotzdem: Am 2. November 1853 wurde sie vor Richter Richard Baker und einer Jury aus zwölf weißen Männern vor Gericht gestellt. Sie lehnte die Dienste eines Anwalts ab und verteidigte sich selber, wahrscheinlich auch aus finanziellen Gründen. Zu ihrer eigenen Verteidigung bestand sie darauf, dass sie keine Abolitionistin sei, dass sie die Einrichtung der Sklaverei anerkenne, dass sie an ihrer Schule nur freie Schwarze unterrichtet habe und dass ihre Schüler auch eine weiße Sonntagsschule besuchten, in der sie Bücher und Unterricht erhielten. Als sie am 10. Januar 1854 vor Gericht zurückkehrte, um ihre Strafe zu erhalten, forderte der Richter sie auf, eine einmonatige Haftstrafe zu verbüßen, „als Beispiel für alle anderen in ähnlichen Fällen“.
Text: “Margaret Crittendon Douglass”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Margaret Crittenden Douglass
1 buch

