Porträt von Max Oppenheim
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Autor

Max Oppenheim

Deutscher Historiker, Diplomat und Archäologe (1860–1946)

Geboren
15. Juli 1860, Köln
Gestorben
15. November 1946, Landshut
Staatsangehörigkeit
Deutsches Reich
Beruf
Anthropologe, Archäologe, Historiker, Diplomat und Sachbuchautor

Leben und Werk

Max Freiherr von Oppenheim (* 15. Juli 1860 in Köln; † 15. November 1946 in Landshut) war ein deutscher Orientalist und auf Vorderasien spezialisierter Archäologe, Panislamist, zudem übte er diplomatische Tätigkeiten aus. 1899 entdeckte er den Siedlungshügel Tell Halaf und führte dort bis 1929 Ausgrabungen durch. Er brachte zahlreiche seiner Funde nach Berlin und stellte sie dort in einem privaten Museum aus, das bei den alliierten Luftangriffen auf Berlin zerstört wurde. Die meisten dieser Funde wurden jedoch nach der Wende restauriert und in Ausstellungen in Berlin und Bonn gezeigt.

Leben

Max Oppenheim, ab 1867 von Oppenheim, war das zweite Kind von Paula Engels und Albert Oppenheim, einem persönlich haftenden Gesellschafter der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim und Mitglied der Familie Oppenheim.

Ausbildung

Auf Wunsch des Vaters studierte er ab 1879 Rechtswissenschaften an der Universität Straßburg, wo er 1880 dem Corps Palatia Straßburg beitrat. Nach dem Referendarexamen in Köln wurde er 1883 in Göttingen zum Dr. jur. promoviert. 1891 folgte das Assessorexamen in Köln.

Forschungsreisen und Beruf

Im folgenden Jahr unternahm er, finanziert vom Vater, eine große Forschungsreise in den Nahen Osten, die mit einem mehrmonatigen Aufenthalt in Kairo begann, wo er die arabische Sprache lernte. Sein Berufsziel war ein diplomatischer Posten im Orient. Adlige Herkunft, juristische Ausbildung, Sprachkenntnisse, Weltgewandtheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit empfahlen ihn dafür. Er hatte jedoch den Antisemitismus im Auswärtigen Amt unterschätzt. Seine Bewerbung wurde mit Verweis auf seine jüdische Herkunft wiederholt abgelehnt. Erst die Intervention einflussreicher Freunde führte schließlich zur Aufnahme Oppenheims in den konsularischen Dienst, der allerdings als zweitrangig angesehen wurde. Die Zeitspanne zwischen 1896 und 1909 wurde Oppenheim Mitarbeiter des Kaiserlichen Generalkonsulats in Kairo. Zuerst war er Attaché, 1900 wurde er zum Legationsrat ernannt. Er hatte keine spezielle Aufgabe am Generalkonsulat, daher konnte er unter anderem diverse Forschungsreisen nach Ostafrika und in den Nahen Osten unternehmen, wobei er zeitweise diplomatische Funktionen wahrnahm. Auf seinen Forschungsreisen war er häufig Beduinen begegnet, deren „Freiheitsgefühl, Gastfreundschaft und archaisches Verständnis männlicher Tugenden“ ihn begeisterten. Damals begann er mit der wissenschaftlichen Erforschung ihrer Lebensweise, die ihn zu Erkenntnissen führen sollte, die bis heute gültig sind. Sein Leben in Kairo war geprägt von der Annäherung an Sitten und Gebräuche der arabischen Kultur. Er knüpfte viele persönliche Beziehungen und hatte etliche arabische Frauen auf Zeit. Außerdem knüpfte er Kontakte zu mehreren arabischen Stammesführern. Kaiser Wilhelm II. führte später auf Anregung von Oppenheims eine Reise in den Orient durch.Zwischenzeitlich machte sich von Oppenheim mit dem Streben des Panislamismus vertraut, der besagte, dass sämtliche, auch in Europa oder den USA ansässigen Muslime nach wie vor Untertanen des osmanischen Sultans waren. Später traf er sich mit Sultan Abdülhamid II., wo dies unter anderem diskutiert wurde. Von Oppenheim glaubte, es sei nützlich für Deutschland, wenn sämtliche europäischen Muslime einem eng mit Deutschland befreundeten Staate unterstanden, besonders hinsichtlich der wachsenden muslimischen Bevölkerung in Frankreich und England, den Konkurrenten Deutschlands um die europäische Vorherrschaft. Bis 1910 war er Ministerresident in Kairo. Danach quittierte er seinen Dienst, da er im diplomatischen Dienst nicht weiterkam.

Text: “Max von Oppenheim”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Max Oppenheim

1 buch