Dame Millicent Garrett Fawcett, GBE (* 11. Juni 1847 in Aldeburgh, Suffolk; † 5. August 1929 in London), war eine britische Frauenrechtlerin. Bekannt wurde sie insbesondere als Anführerin der Frauenwahlrechtsbewegung.
Leben
Millicent Garrett stammte aus einer wohlhabenden, politisch sehr aktiven Familie. Ihre Eltern, Newson Garrett und Louise Dunnell, besaßen ein erfolgreiches Unternehmen und konnten es sich leisten, allen ihren Kindern (auch den Töchtern) eine gute Bildung zukommen zu lassen.
Als Millicent 12 Jahre alt war, ging ihre ältere Schwester, Elizabeth Garrett Anderson, nach London, um sich den Zugang zum Medizinstudium zu erkämpfen. Während eines Besuchs bei Elizabeth lernte Millicent 1865 John Stuart Mill kennen. J. S. Mill machte sie mit weiteren Aktivisten für das Frauenwahlrecht bekannt, darunter auch der radikale Abgeordnete Henry Fawcett, mit dem ihre Schwester Elizabeth verlobt war. Als Elizabeth ihren Beschluss fasste, doch nicht heiraten zu wollen, sondern sich ganz ihrem Medizinstudium zu widmen, heirateten Millicent und Henry, die eine gute Freundschaft verbunden hatte, im Jahr 1867.
Henry Fawcett war ein liberaler Abgeordneter, Professor für politische Ökonomie und Kämpfer für das Frauenwahlrecht. Millicent unterstützte ihn bei seiner Arbeit, denn er war erblindet. Er war es aber auch, der sie ermutigte, ihre eigene publizistische Karriere zu verfolgen. 1868 kam ihre Tochter, Philippa Fawcett, zur Welt, die später ebenfalls politisch auffiel.
Millicent schrieb nicht nur politische Artikel, sondern auch über ökonomische Themen. Die Titel ihrer ersten beiden Bücher lauteten Political Economy for Beginners und Political Tales in Economy. 1868 trat sie in das London Suffrage Committee ein. Sie hielt nicht gerne Reden in der Öffentlichkeit, hatte jedoch ein überdurchschnittliches Organisationstalent.