Porträt von Oliver Wendell Holmes
Foto: Photographer unidentified / Notman Photo Co. · Wikimedia Commons

Autor

Oliver Wendell Holmes

US-amerikanischer Arzt und Schriftsteller

Geboren
29. August 1809, Cambridge
Gestorben
7. Oktober 1894, Boston
Staatsangehörigkeit
Vereinigte Staaten
Beruf
Arzt, Dichter, Dichterarzt, Hochschullehrer und Romancier
Wichtige Werke
The Autocrat of the Breakfast-Table · Ode for Washington’s Birthday · Angel of Peace · A Ballad of the Boston Tea Party · Lord of All Being · Old Ironsides · The Flower of Liberty · The Katydid

Leben und Werk

Oliver Wendell Holmes, Sr. (geboren am 29. August 1809 in Cambridge, Massachusetts; gestorben am 7. Oktober 1894 in Boston) war ein amerikanischer Arzt und Schriftsteller.

Leben

Oliver Wendell Holmes wurde als Sohn von Abiel Holmes, einem Kleriker, Historiker und Schriftsteller, und dessen zweiter Frau Sarah Wendell geboren. Er besuchte die Phillips Academy in Andover (Massachusetts) und studierte später an der Harvard University und in Paris Medizin. Vor allem in Paris kam er mit fortschrittlichen Ideen auf seinem Gebiet in Berührung. So hörte er unter anderem Vorlesungen bei Pierre Charles Alexandre Louis, auf den die Einführung statistischer Methoden in die Medizin zurückgeht und der ein vehementer Gegner des Aderlasses zur Behandlung fieberhafter Erkrankungen war. Nach Abschluss seiner Studien in Harvard wurde Holmes selbst Professor für Physiologie und Anatomie, zunächst in Harvard selbst, dann am Dartmouth College. 1838 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences und 1880 in die American Philosophical Society gewählt.

Im Jahr 1842 veröffentlichte er Homeopathy and Its Kindred Delusions, basierend auf seinen zwei Vorlesungen Medical Delusions und Homœopathy.

Holmes gehört – neben dem ungarisch-österreichischen Arzt Ignaz Semmelweis – zu den ersten Medizinern, die eine Übertragung des Kindbettfiebers von dem behandelnden Personal auf die Wöchnerinnen für wahrscheinlich hielten. Er vermutete die Ursache auch in der Infektion mit Leichengift und der Übertragung von einer kranken Wöchnerin auf die andere. 1843 veröffentlichte er einen seinerzeit revolutionären Aufsatz mit dem Titel The Contagiousness of Puerperal Fever (deutsch: Die Infektiosität des Kindbettfiebers), in dem er die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen den hygienischen Zuständen, die bei einer Entbindung vorherrschen, und dem Auftreten dieser Krankheit aufwirft. So sei jeder Arzt, dem in seiner Praxis auch nur ein einziger Fall von Kindbettfieber untergekommen sei, moralisch dazu verpflichtet, seine Instrumente zu reinigen, alle Kleider, die er bei der Entbindung getragen habe, zu verbrennen und anschließend mindestens sechs Monate lang nicht mehr als Geburtshelfer tätig zu werden. Wie Semmelweis, der einige Jahre später ebenfalls in einer Veröffentlichung auf einen derartigen Zusammenhang hinzuweisen versuchte, wurde auch Holmes von seinen Kollegen zunächst heftig angefeindet, obwohl durch die Umsetzung der von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen die kindbettfieberbedingte Müttersterblichkeit in Neuengland nachweislich drastisch gesenkt werden konnte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich mit den von Louis Pasteur gemachten Beobachtungen die Keimtheorie und damit die Erkenntnis, dass es sich beim Kindbettfieber um eine vermeidbare Infektionskrankheit handelt, endgültig durch.

Text: “Oliver Wendell Holmes, Sr.”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Oliver Wendell Holmes

16 bücher

Belletristik

Stories of Romance

Dinah Maria Mulock Craik e Allan Cunningham e Oliver Wendell Holmes e Harriet Elizabeth Prescott Spofford e John Wilson

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