Porträt von Paschal Grousset
Foto: Georges-Mathurin Legé · Wikimedia Commons

Autor

Paschal Grousset

Französischer Autor und Politiker

Geboren
7. April 1844, Corte
Gestorben
9. April 1909, Chaussée de l'Étang
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Journalist, Politiker, Übersetzer, Science-Fiction-Schriftsteller und Kommunarde

Leben und Werk

Paschal Grousset (Pseudonyme: Philippe Daryl, André Laurie, Tiburce Moray, Léopold Virey u. a.; * 7. April 1844 in Corte auf Korsika als Jean-François Pascal Grousset; † 9. April 1909 in Paris) war ein französischer Journalist, Politiker und Schriftsteller. Er gehörte 1871 zur Führung der Pariser Kommune. Später tat er sich unter anderem als Autor von Science-Fiction-Geschichten und Förderer der Sporterziehung hervor und war bis zu seinem Tod sozialistischer Abgeordneter.

Leben

Er studierte Medizin, arbeitete dann aber als Journalist. In der Zeit des Zweiten Kaiserreichs schrieb er unter anderem für Le Figaro. Er wurde 1869 einer der Herausgeber der republikanischen Zeitschrift La Marseillaise. Für diese schrieb er antireligiöse Artikel und befürwortete die Revolution. Aufgrund einer von ihm verfassten Schmähschrift gegen Pierre Napoleon Bonaparte, eines Neffen Napoleons I., wurde er von diesem als „Verräter“ diffamiert und es wurde ein Duell verabredet. Als Groussets Sekundanten sich dem Prinzen näherten, um die Bedingungen auszuhandeln, kam es zu einem Handgemenge und Bonaparte zog seine Waffe und erschoss den Sekundanten Victor Noir. Grousset und andere Beteiligte wurden inhaftiert und es kam zu einem spektakulären Prozess gegen den Prinzen, dessen Freispruch in Paris Unruhen auslöste.

Nach der Ausrufung der Republik gab er verschiedene Zeitschriften heraus. Er wurde 1871 Mitglied des zweiten Exekutivkomitees der Pariser Kommune. Als solcher war er zuständig für die auswärtigen Beziehungen. Er versuchte bei Diplomaten in Paris vergeblich, die Anerkennung der Kommune zu erreichen. Er wandte sich auch an die größeren französischen Städte mit der Bitte um die Lieferung von Waffen in das von den Deutschen belagerte Paris. Kontakt mit der Außenwelt wurde durch Heißluftballons und Brieftauben aufrechterhalten. Nach der Niederschlagung der Kommune wurde er am 3. Juni 1871 in einem Versteck in Frauenkleidern entdeckt und gefangen nach Versailles gebracht. 1872 nach Neukaledonien verbannt, konnte er 1874 von dort zusammen mit anderen Verbannten nach Australien fliehen. Er lebte zeitweise in Sydney, San Francisco, New York und London. Seinen Lebensunterhalt verdiente er unter anderem mit Sprachunterricht.

Text: “Paschal Grousset”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Paschal Grousset

1 buch