Pierre Eugène Drieu la Rochelle (* 3. Januar 1893 in Paris; † 15. März 1945 ebenda), auch: Drieu La Rochelle, war ein französischer Schriftsteller. In den 1930er-Jahren und während des Zweiten Weltkriegs zählte er zu den führenden Intellektuellen Frankreichs. Breiteren Schichten ist er vor allem als Inbegriff des Dandys und aufgrund seiner Rolle während der Kollaboration mit den deutschen Besatzungsmächten bekannt.
Leben
Drieu besuchte eine katholische Knabenschule, war jedoch bereits mit 14 überzeugter Atheist, inspiriert durch Friedrich Nietzsches Zarathustra.
Nachdem er in einer wichtigen Prüfung seines Jurastudiums durchgefallen war, geriet Drieu in eine Krise. In dieser Zeit meldete er sich als Soldat im Ersten Weltkrieg, während dessen er in der Infanterie und der Artillerie diente (u. a. vor Verdun und den Dardanellen), mehrfach verwundet wurde und bis zum Adjutanten (seit 16. September 1918, dt. etwa Hauptfeldwebel) aufstieg. Die Kriegserlebnisse verarbeitete er später illusionslos in seinen Werken (z. B. in der Comédie de Charleroi). Nach dem Krieg geriet er allerdings in eine tiefe Sinnkrise. Da er den Krieg in erster Linie positiv erlebt hatte, gelangte er zu einer chauvinistischen Lebenseinstellung, die er u. a. in seinem autobiografisch inspirierten Roman Gilles (deutsch Die Unzulänglichen) darlegt.
Drieu la Rochelle arbeitete für André Gides Literaturzeitschrift Nouvelle Revue Française (NRF) und verkehrte in Kreisen des französischen Surrealismus. André Malraux, Louis Aragon oder auch Antoine de Saint-Exupéry zählten zu seinen Freunden. Von 1917 bis 1925 war er mit der Jüdin Colette Jéramec verheiratet; später rettete er sie und ihre beiden Kinder aus zweiter Ehe aus dem Sammellager Drancy vor dem Weitertransport in Todeslager. Danach hatte er zahlreiche Affären, u. a. mit Victoria Ocampo und Christiane Renault, der Ehefrau des Großindustriellen Louis Renault.