Porträt von Rudolph Stratz
Foto: Photographer not credited · Wikimedia Commons

Autor

Rudolph Stratz

Deutscher Romanschriftsteller

Geboren
6. Dezember 1864, Heidelberg
Gestorben
17. Oktober 1936, Bernau am Chiemsee
Staatsangehörigkeit
Deutschland und Russisches Kaiserreich
Beruf
Schriftsteller und Drehbuchautor

Leben und Werk

Rudolph Heinrich Stratz (* 6. Dezember 1864 in Heidelberg; † 17. Oktober 1936 in Bernau am Chiemsee) war ein erfolgreicher, heute weitgehend vergessener Romanschriftsteller; aus sehr vielen öffentlichen Bibliotheken sind seine Bücher entfernt oder ausgesondert.

Leben

Rudolph Stratz war der Sohn des begüterten Großkaufmanns Heinrich Stratz aus Odessa. Die Familie stammte ursprünglich aus Wildgutach im Schwarzwald, der Großvater Sebastian (* 20. Januar 1786) war spätestens seit 1803 im russischen Odessa (Karl Stumpp, Die Auswanderung aus Deutschland nach Russland in den Jahren 1763–1862. Tübingen 1972, S. 12, 458). Rudolph verbrachte seine Kindheit und Jugend in Heidelberg, wohin seine Mutter, die Wienerin Marie Edle von Thomann, im Frühjahr 1864 gezogen war, um ihren Kindern Deutschland näher zu bringen. Als russische Staatsbürger geboren bzw. durch Heirat geworden, gelang der Familie nach der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht (Opoltschenije) in Russland zum 13. Januar 1874 mit Hilfe der Großherzogin Luise von Baden im Jahr 1876 die Entlassung aus der russischen Untertanenschaft und die Aufnahme in das Großherzogtum Baden. Sein Bruder Carl Heinrich war ein bekannter Gynäkologe. Zwei weitere Brüder gingen später wieder nach Russland.

Nach dem Abitur in Heidelberg begann er an der Universität Leipzig und der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin Geschichte zu studieren. 1883 wurde er im Corps Teutonia Berlin recipiert. Im selben Jahr trat er in die Preußische Armee ein. Nach dem Besuch der Kriegsschule in Potsdam wurde er beim Leibgarde-Infanterie-Regiment (1. Großherzoglich Hessischen) Nr. 115 in Darmstadt Leutnant. 1886 beendete er den Militärdienst, um sein Studium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Georg-August-Universität Göttingen wieder aufzunehmen. Zwischenzeitlich unternahm er größere Reisen; so bereiste er 1887 mit seinem Bruder Carl Heinrich Äquatorialafrika. Mit dem 1888 und 1889 erschienenen zweibändigen Werk Die Revolutionen der Jahre 1848 und 1849 in Europa versuchte der damals 24-jährige erfolglos, ohne formales Studium und mündliches Examen einen Doktorgrad zu erlangen. 1890 ließ er sich in Kleinmachnow bei Berlin nieder und begann Schauspiele, Novellen und Romane zu schreiben. 1891 bis 1893 war er Theaterkritiker bei der Neuen Preußischen Zeitung. Von 1890 bis 1900 verbrachte er während der Sommer viel Zeit in der Gegend seiner Heimatstadt, im neckaraufwärts von Heidelberg gelegenen Nachbarort (heute Stadtteil) Ziegelhausen. Ein bescheidenes, von dichter Vegetation umgebenes Wochenendhäuschen diente ihm als Unterkunft und bot ihm Ruhe, um an seinen Romanen zu arbeiten. Hoch am Hang des Hahnbergs gelegen, bot es eine weite Aussicht auf das Neckartal und bis hinaus auf die Rheinebene. Das Haus ist heute noch erhalten. Ab 1904 wohnte er auf seinem Gut Lambelhof in Kraimoos bei Bernau am Chiemsee. Aus der Beschäftigung mit der neuen Heimat ging 1929 der Essay Die oberbayrischen Seen hervor.

Text: “Rudolph Stratz”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Rudolph Stratz

2 bücher