Saki, eigentlich Hector Hugh Munro (* 18. Dezember 1870 in Akjab, Birma; † 14. November 1916 in Beaumont-Hamel, Frankreich), war ein britischer Schriftsteller und Satiriker.
Sein Pseudonym Saki (‚Begleiter‘) entlehnte er einem Rubāʿī („Vierzeiler“) des Omar Chayyām. Saki ist darin ein Mundschenk, der ein umgedrehtes Glas auf das Grab des Dichters stellen soll.
Leben
Hector Hugh Munro wurde in Birma (dem heutigen Myanmar) als jüngstes von drei Kindern geboren, als dieses Land noch britische Kolonie (Britisch-Burma) war. Sein Vater, Charles Augustus Munro, entstammte dem schottischen Clan Munro und war Generalinspekteur der birmanischen Polizei. Munros schwangere Mutter, Mary Frances geb. Mercer, Tochter des Rear-Admiral Samuel Mercer aus Kent, wurde Anfang 1872 in Dorset von einer wildgewordenen Kuh getötet. Seine Kindheit verbrachte H. H. Munro daher mit seinen Geschwistern Charlie und Ethel bei seiner Großmutter Lucy Munro (geborene Jones) und den Tanten Charlotte und Augusta in Broadgate Villa in der Nähe von Barnstaple in Devon. Nach Ethel hassten sich die Tanten gegenseitig. Charles wurde häufig körperlich gezüchtigt, Hector dagegen galt als kränklich. Die harschen Erziehungsmethoden seiner Tanten spiegeln sich in vielen seiner Geschichten wider, so etwa in Sredni Vashtar, in der ein einsamer Junge heimlich ein Frettchen hält und anbetet.
H. H. Munro besuchte die Pencarwick School in Exmouth und ab September 1885 die Bedford Grammar School, an der er sich nicht hervortat, während sein Bruder die elitäre Charterhouse School besuchte. Die Grausamkeiten, die Comus in Sakis Novelle The Unbearable Bassington an einem jüngeren Schüler verübt und so die Heiratspläne seiner Mutter ruiniert, dürften, wie andere ähnliche Beschreibungen von Züchtigungen, auf persönliche Erfahrungen zurückgehen. 1888 kehrte sein Vater nach Europa zurück. 1893 trat H. H. Munro mit 23 Jahren in die birmanische Polizei ein. Bereits bei seiner Ankunft in Singu erkrankte Munro an Malaria. Da er keinen Umgang mit Einheimischen pflegte, die er nicht als wirkliche Menschen ansah, war er sehr isoliert. Er hielt einen kleinen Tiger, ein Huhn und verschiedene andere Vögel als Haustiere, worüber er seiner Schwester in Briefen berichtete. Den Tiger nahm er auch in sein Hotel in Mandalay mit. Nach drei Jahren nahm er wegen gesundheitlicher Beschwerden seinen Abschied und kehrte nach England zurück. Sein Vater brachte ihn zur Rekonvaleszenz nach Buckleigh bei Westward Ho!, wo die Familie in der Villa Hilcrest lebte.