Porträt von Sidonia Hedwig Zäunemann
Foto: Stockmar · Wikimedia Commons

Autor

Sidonia Hedwig Zäunemann

Deutsche Dichterin

Geboren
15. Januar 1711, Erfurt
Gestorben
11. Dezember 1740, Plaue
Staatsangehörigkeit
Deutschland
Beruf
Dichterin und Schriftstellerin

Leben und Werk

Sidonia Hedwig Zäunemann (* 15. Januar 1711 in Erfurt; † 11. Dezember 1740 bei Plaue) war eine deutsche Dichterin.

Leben

Sidonia Hedwig Zäunemann wurde 1711 als Tochter des Advokaten und Notars Paul Nikolas Zäunemann in Erfurt geboren und wuchs dort in einer strenggläubigen bürgerlichen Familie auf, in deren Wohnung sie bis zu ihrem frühen Tod 1740 lebte. Früh schon zeigte sich bei ihr die Tendenz, aus den tradierten weiblichen Rollenmustern auszubrechen. Sie zeichnete sich durch einen großen Lerneifer aus und brachte sich autodidaktisch Französisch und Latein bei.

Da es in dieser Zeit für eine Frau nicht möglich war, unbegleitet bzw. ohne männlichen Schutz Reisen zu unternehmen, reiste sie zu Pferd und als Mann verkleidet. Auf diese Weise besuchte sie öfter ihre Schwester in der Grubenstadt Ilmenau. Sie gehörte zu den ersten Frauen überhaupt, die ein Bergwerk besichtigten, ein damals beschwerliches, mit einer mehrstündigen Einfahrt in den Berg verbundenes Unterfangen. Ihre Eindrücke aus dem Erdinneren verarbeitete sie in dem Gedicht Das Ilmenauische Bergwerk (1737).

Zu Zäunemanns bekanntesten Werken zählen ihre Gedichte. Anfänglich verfasste sie Gelegenheitsdichtungen für Hochzeiten und andere Festlichkeiten. Für den Curieusen und immerwährenden astronomisch-meteorologisch-oeconomischen Frauenzimmer-Reise- und Hand-Calender des Jahres 1737 von Johann Michael Funcke lieferte sie die Vorrede.

Als ihr dichterisches Vorbild bezeichnete sie Christiana Mariana von Ziegler (1695–1760), die an die gesellschaftlichen Normen für das weibliche Geschlecht und ihren Stand angepasster und zudem bekannter war als Zäunemann. Ziegler bekam 1733 von der Universität Wittenberg den Titel Poeta laureata (kaiserlich gekrönte Dichterin) verliehen; sie war damit „die erste von einer Universität mit dem poetischen Lorbeerkranz geehrte Frau“. 1738 erhielt Sidonia Hedwig Zäunemann ihrerseits diesen Ehrentitel von der Universität Göttingen. Sie hatte zuvor in einem Gedicht die 1737 gegründete Universität Göttingen mit dem antiken Athen verglichen und als ‚Leine-Athen‘ bezeichnet.

Text: “Sidonia Hedwig Zäunemann”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Sidonia Hedwig Zäunemann

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