Silvio Pellico (* 24. Juni 1789 in Saluzzo, Piemont; † 31. Januar 1854 in Turin) war ein italienischer Schriftsteller.
Leben
Pellico stammte aus einer konservativen religiösen Familie und war der Sohn des Kaufmanns und Gelegenheitslyrikers Onorato Pellico. Auf Grund von Napoleons expansiver Politik ging die Familie ins Exil nach Pinerolo. Dort absolvierte Pellico seine Schulzeit und begann mit ersten literarischen Versuchen. Zwischen 1805 und 1809 lebte Pellico bei einem Verwandten in bzw. bei Lyon. In dieser Zeit beschäftigte er sich besonders mit der modernen französischen Literatur.
Nachdem sich die politische Lage in Norditalien einigermaßen beruhigt hatte, kehrte er 1810 mit seiner Familie zurück und wurde mit 20 Jahren Dozent für französische Sprache an der Kadettenanstalt in Mailand. Nach dem Sturz Napoleons betraute Conte Lambertenghi Pellico mit der Erziehung seiner Kinder. Dort lernte Pellico u. a. Germaine de Staël, August Wilhelm Schlegel, Lord Byron, Henry Brougham, 1. Baron Brougham and Vaux, und andere berühmte Persönlichkeiten kennen. Während dieser Zeit befreundete er sich u. a. mit Vincenzio Monti und Ugo Foscolo, die sich wie er der österreichischen Besatzung entledigen wollten. 1819 debütierte Pellico mit seinem Drama Laodicea, dem aber sehr wenig Erfolg beschieden war. Wesentlich größere Erfolge (die bis heute andauern) erzielte er mit seiner Tragödie Francesca da Rimini, die u. a. von Hermann Goetz (nach einem Libretto-Entwurf von Josef Viktor Widmann, UA 1877) und Sergej Rachmaninow (UA 1906) als Oper vertont wurde.