Gaius Suetonius Tranquillus (deutsch meist Sueton; * wohl um 70 in Hippo Regius; † nach 122) war ein römischer Schriftsteller und Verwaltungsbeamter, dessen bedeutendstes Werk die „Kaiserviten“ (lateinisch De vita Caesarum libri VIII = Acht Bücher über das Leben der Kaiser) sind. In diesen schildert er das Leben Caesars und der römischen Kaiser von Augustus bis Domitian. Für moderne Historiker liefern seine Schriften eine wertvolle Informationsquelle über das Leben römischer Gelehrter sowie der ersten römischen Kaiser, wenngleich seine Angaben teils mit Vorsicht zu behandeln sind, da Sueton vieles aus seinen Quellen allzu unkritisch übernahm. Trotzdem war er ein äußerst sorgfältiger und aufrichtiger Schriftsteller, der die Kürze liebte.
Quellenlage
Über Sueton selbst existiert keine zeitgenössische Biographie. Seine Lebensdaten sind nur ungefähr aus seinen eigenen, teilweise fragmentarisch überlieferten Werken sowie aus einer Inschrift aus Hippo Regius zu erschließen. Wichtige Hinweise liefern zudem mehrere Briefe des jüngeren Plinius, der Suetons Förderer war.
Herkunft
Sueton wurde um das Jahr 70 geboren, was sich daraus ergibt, dass er die Zeit Domitians nach eigener Beschreibung als „junger Mann“, adulescens bzw. adulescentulus erlebte. Er stammte wahrscheinlich aus Hippo Regius, dem heutigen Annaba, einer ursprünglich phönizischen Hafenstadt westlich von Karthago, die seit dem Dritten Punischen Krieg (149–146 v. Chr.) zum römischen Imperium gehörte. Darauf weisen Fragmente einer Inschrift hin, die 1951 in Hippo Regius entdeckt wurden und offenbar Sueton gewidmet sind. Dennoch haben Gelehrte auch andere Herkunftsorte wie Pisaurum, Lanuvium oder Ostia in Italien aufgrund von Indizien in Betracht gezogen, sodass seine genaue Herkunft ungewiss bleibt.