Porträt von Théophile Gautier
Foto: Nadar · Wikimedia Commons

Autor

Théophile Gautier

Französischer Dichter, Erzähler und Kritiker

Geboren
30. August 1811, Tarbes
Gestorben
23. Oktober 1872, Neuilly-sur-Seine
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Schriftsteller, Dichter, Journalist, Romancier und Dramatiker
Strömung
Romantik und Parnassiens

Leben und Werk

Théophile Gautier (* 30. August 1811 in Tarbes, Département Hautes-Pyrénées; † 23. Oktober 1872 in Neuilly-sur-Seine bei Paris) war ein französischer Schriftsteller.

Leben und Schaffen

Gautier wurde in Tarbes (Südwestfrankreich) geboren und wuchs in Paris auf. Nach Abschluss des Gymnasiums dachte er zunächst an eine Zukunft als Maler. 1829 schloss er sich dem Literatenkreis „Cénacle“ um Victor Hugo an. 1830 erschien er zur Uraufführung von Hugos Stück Hernani mit einem provozierenden, weil im Theater unziemlichen roten Wams, dem legendär gewordenen „gilet rouge“, und war einer der lautesten Claqueure in der legendären bataille d'Hernani.

Er publizierte dann Gedichte und Erzählungen und wurde zu einem der Hauptrepräsentanten der „Bohème“, des provokativ unangepassten Literaten- und Künstlermilieus am Rand der bourgeoisen Pariser Gesellschaft. Er war ein Verehrer der Romantik und von E. T. A. Hoffmann, über dessen fantastische Erzählungen er in der Chronique de Paris 1836 schrieb und der ihn zu eigenen fantastischen Erzählungen inspirierte (wie La Cafetière 1831, Onuphrius 1832, Le pied de momie 1840).

Sein erster Erfolg war der Briefroman Mademoiselle Maupin (1835), die Geschichte einer jungen Frau, die als Mann verkleidet in homo- und hetero-erotischen Erfahrungen ihr Liebesideal zu verwirklichen versucht, dies in einer schönen Nacht auch schafft, dann aber auf jede Fortsetzung verzichtet, um nicht in der Routine einer Beziehung zu versanden. Literarhistorisch ist vor allem das Vorwort des Romans interessant, in welchem Gautier die Theorie des l’art pour l’art entwirft, d. h. die Doktrin, dass Kunst völlig zweckfrei zu sein habe, jedes gesellschaftliche oder gar politische Engagement meiden müsse und allein in der Perfektion ihrer Produkte einen Sinn finde – eine Doktrin, in der die kollektive Frustration einer ganzen Intellektuellen-Generation zum Ausdruck kommt, die durch die Julirevolution von 1830 zunächst in Aufbruchstimmung versetzt, dann aber durch die politische Repression nach 1832 enttäuscht worden war.

Text: “Théophile Gautier”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Théophile Gautier

19 bücher