Thierry Sandre (* als Charles Moulié 9. Mai 1891 in Bayonne; † 11. Oktober 1950 in Bouchemaine) war ein französischer Schriftsteller. 1924 erhielt er den Prix Goncourt für die Roman-Trilogie Le Chèvrefeuille, Le purgatoire, Le chapitre XIII.
Leben und Werk
Sandre war Experte für die Literatur des 16. Jahrhunderts und übersetzte auch aus dem Griechischen, Lateinischen und Arabischen. Vor dem Ersten Weltkrieg war er Sekretär von Pierre Louÿs. Im Ersten Weltkrieg war er lange in deutscher Kriegsgefangenschaft. Er war 1919 Gründungsmitglied der Association des écrivains combattants (Gesellschaft von Schriftstellern, die Soldaten gewesen waren) und war Mitherausgeber der fünfbändigen Anthologie des écrivains morts à la guerre von Autoren, die im Ersten Weltkrieg fielen. 1936 wurde er Mitglied der Tertianer bei den Dominikanern in Paris. 1940 war er wieder Soldat und kurz bis 1941 in Kriegsgefangenschaft. Er war ein Anhänger des Vichy-Regimes und deshalb nach dem Krieg auf einer Liste verbotener Schriftsteller in Frankreich, wurde dann aber rehabilitiert.
Er veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Jean Dumoulin und unter seinem ursprünglichen Namen Charles Moulié.
Außer Romanen veröffentlichte er Essays und Lyrik.