Autor

Thomas Morton

Englischer Abenteurer und Siedlerpionier in Nordamerika

Geboren
1575, Devon
Gestorben
1647
Staatsangehörigkeit
Königreich England
Beruf
Forschungsreisender, Jurist und Pelzhändler

Leben und Werk

Thomas Morton (geboren wahrscheinlich 1575 oder 1576 in South West England, möglicherweise in Somerset; gestorben 1646 oder 1647 in Acomenticus, heute York, Maine) war ein englischer Abenteurer und Siedlerpionier in Neuengland.

Leben

Über Mortons Herkunft ist nichts Sicheres bekannt. Gesichert ist, dass er am Clifford’s Inn, einer der Londoner Rechtsschulen, Juristerei studierte. 1622 war er Mitglied der kurzlebigen Expedition Thomas Westons in die fast unerschlossenen Gebiete des späteren Neuengland, wo erst zwei Jahre zuvor die „Pilgerväter“ mit der Kolonie Plymouth die erste dauerhafte englische Siedlung der Region gegründet hatten. Nach seiner Rückkehr nach England begab er sich schon zwei Jahre darauf im Tross eines Captain Wollaston wieder nach Plymouth.

Da Wollaston, Morton und einige andere Neuankömmlinge mit den frommen Pilgervätern nicht auskamen, begaben sie sich nach Norden und gründeten an der Stelle der heutigen Stadt Quincy, Massachusetts, einen Handelsposten. In den nächsten Jahren erkundete Morton die Gegend und knüpfte Handelskontakte mit den ansässigen Indianerstämmen. Als Wollaston 1626 den Posten verließ, übernahm Morton die Leitung der kleinen Siedlung, die wohl kaum mehr als sechs oder sieben weiße Händler zählte.

Im Mai des Jahres 1627 errichtete Morton in der Siedlung einen Maibaum und taufte die Siedlung auf den Namen Ma-Re Mount (später auch Merry Mount). An den ausgelassenen Feiern, Tänzen und Trinkgelagen, die er in den nächsten Monaten unter dem Maibaum ausrichtete, nahmen auch viele Indianer teil. Das Treiben wurde mit Argwohn von den frommen und züchtigen Pilgervätern von Plymouth beobachtet, bis sie im September 1628 eingriffen. Gouverneur William Bradford entsandte eine bewaffnete Mannschaft unter Führung von John Endicott nach Ma-Re Mount, ließ den Maibaum fällen und Morton unter der Anschuldigung, er habe den Indianern Waffen verkauft, festnehmen. Zum einen mag es ein weltanschaulicher Gegensatz zwischen dem lebensfrohen Morton und den asketischen Pilgervätern gewesen sein, der zu dieser Eskalation führte, zum anderen aber auch die Konkurrenz, die Morton mit den Indianern für die Pilgerväter darstellte.

Text: “Thomas Morton”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Thomas Morton

2 bücher