Porträt von Tibullus
Foto: Lawrence Alma-Tadema · Wikimedia Commons

Autor

Tibullus

Römischer Elegiker

Geboren
55 v. Chr., Gabii
Gestorben
19 v. Chr., Rom
Staatsangehörigkeit
Römisches Reich
Beruf
Dichter
Wichtige Werke
Corpus Tibullianum

Leben und Werk

Albius Tibullus (deutsch Tibull; * um 55 v. Chr.; † 19/18 v. Chr.) war ein römischer Elegiker der augusteischen Zeit.

Gesichertes

Tibull entstammte einer wohlhabenden römischen Ritterfamilie. Ovid erwähnt eine Schwester und eine Mutter, die den Dichter überlebten. Die fehlende Erwähnung des Vaters lässt darauf schließen, dass dieser früh starb. Als gesichert kann Tibulls Freundschaft zu Marcus Valerius Messalla Corvinus und die Teilnahme an dessen Feldzug nach Aquitanien im Jahre 31 v. Chr. gelten, die eine kurze Vita erwähnt (möglicherweise aus den verlorenen Teilen der Schrift De poetis des Sueton stammend). Tibull muss um 19/18 v. Chr. gestorben sein, denn ein Nachruf des Dichters Domitius Marsus gilt zugleich dem im Jahre 19 v. Chr. verstorbenen Vergil und dem Tibull. Das Epigramm bezeugt zugleich, dass Tibull jung starb.

Ungesichertes

Das lyrische Ich der Elegien lehnt Messallas Aufforderung, ihn auf einem Feldzug in den Osten zu begleiten, zunächst ab, da ihn die Sehnsucht nach einem friedlichen Leben und die Liebe zu einer gewissen Delia zurückhält. Er entschließt sich letztlich zur Mitreise, muss aber, unterwegs erkrankt, auf Kerkyra zurückbleiben. Zurückgekehrt, findet er seine Geliebte mit einem reicheren Mann verheiratet. Den geliebten Knaben Marathus verliert er an einen älteren, ebenfalls reichen Rivalen. Weitere Liebesverstrickungen erlebt er mit einer neuen Geliebten namens Nemesis.

Wie viel hiervon autobiographisch ist, muss offenbleiben. In der älteren Forschung wurden aus dem literarischen Werk, dessen fiktive Natur nicht hinreichend berücksichtigt wurde, biographische Daten entnommen. Die jüngere Forschung nimmt eine deutlich vorsichtigere Haltung ein. Es ist zwar durchaus möglich, dass Lebensumstände des Dichters in sein Werk eingeflossen sind, jedoch fehlen Zeugnisse, anhand derer man Wirklichkeit und Fiktion trennen könnte. So könnte die Darstellung eigener Armut tatsächlich auf eine Landenteignung des Dichters im Zuge des römischen Bürgerkriegs zurückgehen, da aber seit Catull der leidenschaftlich und oft unglücklich liebende „arme Schlucker“, von dessen Standpunkt aus das Geschehen erlebt wird und dem der Dichter seinen Namen leiht, zum festen Inventar der römischen Liebesdichtung gehört, lassen sich hieraus ohne weitere unterstützende Quellen keine sicheren Schlüsse auf das Leben des Dichters ziehen.

Text: “Tibull”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Tibullus

1 buch