Autor
Titus Maccius Plautus
Römischer Komödien-Dichter
- Geboren
- 250 v. Chr., Sarsina
- Gestorben
- 184 v. Chr., Rom
- Staatsangehörigkeit
- Römisches Reich
- Beruf
- Komödienautor, Dramatiker und Schriftsteller
- Wichtige Werke
- Pseudolus · Menaechmi · Cistellaria · Rudens · Aulularia · Miles gloriosus · Mostellaria · Asinaria
Leben und Werk
Titus Maccius Plautus (* um 254 v. Chr. in Sarsina; † um 184 v. Chr.) war ein römischer Dichter. Er war einer der ersten und produktivsten Komödiendichter im alten Rom.
Leben
Plautus wurde um 254 v. Chr. in dem kleinen apenninischen Bergdorf Sassina (heute Sarsina in der Romagna) geboren. Als Jugendlicher schloss er sich einer der umherziehenden Theatertruppen an. Dann wurde er römischer Soldat, später Kaufmann. Dabei verlor er sein Geld und musste sich als wandernder Handmüller durchschlagen, so berichten antike Viten. Wie viel davon wahr ist, lässt sich nicht mehr feststellen.
Einigermaßen abgesichert ist nur eine Anekdote des großen Gelehrten Varro (1. Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr.), die in den Noctes Atticae des Aulus Gellius überliefert ist:
Schiffbruch und Arbeit in der Mühle sind aber auch zentrale Motive in den Komödien des Plautus. So besteht die Frage, ob der Inhalt von Plautus’ Komödien autobiografisch geprägt ist oder ob die späteren Vitenschreiber dies nur unterstellt und Details aus den Werken übernommen haben.
Etwa im Alter von 45 Jahren fing Plautus an, Komödien zu schreiben. Komödien waren zu seiner Zeit sehr beliebt. Die seinen – er begann mit Addictus und Saturio – hatten rasch Erfolg beim Publikum, sodass er das Müllerdasein aufgeben und sich ganz dem Schreiben widmen konnte. Plautus starb um 184 v. Chr.
Rezeption
Die Werke von Plautus wurden im 16. Jahrhundert durch den Humanismus wiederentdeckt. Besondere Bedeutung für die frühe Rezeption haben die Ausgaben von Veit Werler, die in den 1510er Jahren entstanden. Plautus’ Werke wurden von späteren Dramatikern verschiedener Epochen für eigene Stücke verwandt. So lehnte sich William Shakespeare in seinem Jugendwerk Die Komödie der Irrungen eng an dessen Stück Menaechmi an. Heinrich von Kleists Tragikomödie Amphitryon ist zunächst eine Übertragung von Molières Amphitryon, der seinerseits aus Plautus’ Komödie Amphitruo schöpfte und nach dem Vorbild von Plautus’ Aulularia sein Stück Der Geizige schrieb. Besonders intensiv beschäftigten sich Gotthold Ephraim Lessing und Jakob Michael Reinhold Lenz mit dem altrömischen Dichter. Lessing studierte ihn gründlich (siehe seine Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters), was ihn in seinem eigenen Dramenstil beeinflusste. Unmittelbar gestützt auf Plautus’ Trinummus schuf er das Lustspiel Der Schatz. Auch zwei unvollendete Werke, Justin und Weiber sind Weiber, waren Adaptionen der Plautus-Komödien Pseudolus und Stichus. Die Komödie Captivi des Plautus übersetzte Lessing ins Deutsche. Lenz, der Dichter des Sturm und Drang, bearbeitete wahrscheinlich zwischen 1772 und 1774 fünf Komödien des Plautus, wobei er den alten Stoff auf die deutschen Verhältnisse seiner Zeit übertrug. Die von Goethe durchgesehenen Stücke Das Väterchen (Asinaria), Die Aussteuer (Aulularia), Die Entführungen (Miles Gloriosus), Die Buhlschwester (Truculentus), und Die Türkensklavin (Curculio) erschienen 1774 unter dem Titel Fünf Lustspiele nach dem Plautus fürs deutsche Theater.
Text: “Plautus”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Titus Maccius Plautus
1 buch

