Porträt von Tristan Corbière
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Autor

Tristan Corbière

Französischer Dichter

Geboren
18. Juli 1845, Morlaix
Gestorben
1. März 1875, Morlaix
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Dichter und Schriftsteller
Strömung
Symbolismus

Leben und Werk

Tristan Corbière (eigentlich Edouard-Joachim Corbière; * 18. Juli 1845 im Herrenhaus Coat-Congar in Morlaix, Bretagne; † 1. März 1875 in Morlaix) war ein französischer Lyriker. Er gehörte zu den Vorreitern des literarischen Symbolismus und Surrealismus in Frankreich.

Leben

Tristan Corbière war der Sohn des zu seiner Zeit viel gelesenen Marineschriftstellers Jean-Antoine-René-Edouard Corbière. Er besuchte die Schule in Saint-Brieuc und Nantes, litt aber seit seinem 16. Lebensjahr an Asthma bronchiale und Gelenkrheumatismus und führte deshalb zunächst ein eher zurückgezogenes Leben, ausschließlich in der Bretagne. Seit 1868 war er auf ausgedehnten Reisen, die ihn nach Italien, Afrika und Asien führten. 1871 folgte er der italienischen Schauspielerin Marcella, mit der ihn eine Amour fou verband und die wiederholt in seinen Gedichten als Beatrice erscheint, nach Paris. Dort arbeitete er, kommerziell wenig erfolgreich, als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitschriften und widmete sich zunehmend seiner Lyrik. 1873 veröffentlichte er sein Meisterwerk, den Gedichtband Les amours jaunes, der zunächst weitgehend unbeachtet blieb. 1875 starb Corbière an fortgeschrittener Lungenschwindsucht.

Literarisches Schaffen und Nachwirkung

Entdecker des Werks von Tristan Corbière war Paul Verlaine, der ihn 1883 als ersten Poète maudit („verfluchten Poeten“) pries. Aufrufe zur politischen Revolte gegen die bestehende Ordnung wechseln sich in Corbières Gedichten ab mit Sarkasmen, Farcen, Lästerungen und Schmähungen des Überkommenen, sowie Selbsterniedrigungen. Im Gegensatz zu den Symbolisten glaubt Corbière nicht an eine Weihe oder Heilung des Weltgeschehens durch die Kunst. Seine „gelben Liebschaften“ sind welke, matte, trübe und missmutige Lieb- und Leidenschaften im Stil der Décadence. Er zeigt Städte und Menschen in der Agonie, das Paris der 1870er Jahre, in dem der Autor das Ideal der Romantik sucht, aber es zeigt sich ihm unter den Horden der Lumpenproletarier und der am Kolonialismus Napoléon III. reich gewordenen Bankiers nicht. Wie die meisten Künstler der Bohème spürt Corbière den Zeitenumbruch der industriellen Revolution und des französischen Afrika-Kolonialismus, aber er ist außerstande, darauf anders als in ebenso morbiden wie sarkastischen Sentenzen zu antworten. Nur in seinen Gedichten über die bretonische Landschaft klingt ein versöhnlicherer und ganz neuer Ton an, der die surrealistische Bildsprache vorwegnimmt.

Text: “Tristan Corbière”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Tristan Corbière

1 buch