Abraham Viktor Rydberg (* 18. Dezember 1828 in Jönköping; † 21. September 1895 in Djursholm) war ein schwedischer Schriftsteller, Dichter und Kulturhistoriker.
Leben
Abraham Viktor Rydberg wurde als Sohn eines Gefängnisbeamten und einer Hebamme geboren. Seine Mutter starb 1834 an der Cholera. Sein Vater wurde danach zum Alkoholiker, während Viktor Rydberg von der Armenfürsorge betreut wurde und bei verschiedenen Pflegeeltern aufwuchs. Den Besuch eines Gymnasiums brach er ab und begann 1855 eine Tätigkeit als Journalist, zunächst bei der Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning. Später holte er den Schulabschluss nach und studierte Jura. Einen Abschluss erreichte er nie. Seit 1868 gehörte er dem Kirchenrat (Kyrkomötet), dem höchsten beschlussfassenden Gremium der evangelisch-lutherischen Staatskirche Schwedens an. Von 1870 bis 1872 war er Mitglied des Reichstages. 1873 und 1874 unternahm er eine längere Italienreise. Nach seiner Rückkehr lebte Viktor Rydberg als Publizist. 1877 wurde er zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt und 1884 zum Professor für Kulturgeschichte ernannt.
Werk
Viktor Rydberg steht noch in der Tradition der Romantik. Auf der Grundlage eines starken christlichen Glaubens gelangte er zu liberalen Gedanken und einem optimistischen Fortschrittsglauben. Von dieser Position aus (nicht etwa aus prinzipieller Gegnerschaft zum Christentum) richtete er scharfe Angriffe gegen das dogmatische Kirchenchristentum.
Romane
Viktor Rydberg machte sich vor allem einen Namen als Romanschriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist der Roman Singoalla, zuerst erschienen 1857. Es handelt sich um eine im Mittelalter angesiedelte Geschichte von der verbotenen Liebe des Ritters Erland Månesköld zu der Zigeunerin Singoalla. Singoalla gilt als „spätes Meisterwerk der schwedischen Romantik“.