Autor
Viktor Schultze
Deutscher evangelischer Theologe, Professor für Christliche Archäologie und Kirchengeschichte
- Geboren
- 13. Dezember 1851, Fürstenberg
- Gestorben
- 6. Januar 1937, Greifswald
- Staatsangehörigkeit
- Deutsches Reich
- Beruf
- Archäologe, Theologe, Hochschullehrer, Kirchenhistoriker und Heimatforscher
Leben und Werk
Victor Schultze (* 13. Dezember 1851 in Fürstenberg, Fürstentum Waldeck; † 6. Januar 1937 in Greifswald) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Kirchenhistoriker und Christlicher Archäologe.
Leben
Victor Schultze war das jüngste von sieben Kindern einer im Fürstentum Waldeck ansässigen Pastorenfamilie. Er begann an der Universität Basel Kunstgeschichte und Evangelische Theologie zu studieren. 1873 wurde er Mitglied des Corps Alamannia Basel. Als Inaktiver wechselte er an die Universität Jena und die Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. 1877 ging er als Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts für drei Jahre nach Rom. 1879 promovierte er an der Universität Leipzig zum Dr. theol. Er lehrte bis 1883 in Leipzig und folgte 1883 dem Ruf der Universität Greifswald auf den Lehrstuhl für Christliche Archäologie und Kirchengeschichte. 1895 war er Rektor der Universität. Ab 1907 war er Ehrenmitglied des Greifswalder Wingolf. Zudem war Schultze stellvertretender Vorsitzender der Lutherischen Konferenz in Greifswald. Nach 37 Jahren als Lehrstuhlinhaber wurde er 1920 emeritiert. Viele Jahre leitete er den Geschichtsverein für Waldeck und Pyrmont. Er war Schwiegervater des Archäologen und Bauforschers Armin von Gerkan (1884–1969).
Schultze war Begründer und Wegbereiter der Christlichen Archäologie als Wissenschaft und eigenständiges Lehrfach in der evangelischen Theologie. Er sah die Bedeutung dieses Fachs nicht nur in einer kunsthistorischen Interpretation altchristlicher und mittelalterlicher Kunstwerke. Diese müssten vielmehr mit den Methoden der klassischen Archäologie auch als Quellen der Kirchengeschichte erfasst werden. Das war insofern ein neuer Ansatz, als man die Kirchengeschichte bislang weithin nur als Dogmengeschichte betrieb und sich dabei allein auf die dazu verfügbaren literarisch-liturgischen Quellen stützte. Er erschloss durch seine Studien demgegenüber den Bedeutungs- und Sinngehalt, der den frühchristlichen Bildwerken und Monumenten, die jeweils aus ihrer Zeit heraus verstanden werden müssten, für die christliche Geistesgeschichte zukam. In besonderen Maße hatten seine Forschungen die christlichen Katakomben und den darin vorgefundenen Bilderschmuck zum Gegenstand. Neben seinen auf die antike christliche Kunst bezogenen Arbeiten hat sich „Katakomben-Schultze“ ausgiebig mit der Reformation befasst.
Text: “Victor Schultze”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Viktor Schultze
1 buch

