Porträt von Walter Winans
Foto: Bain News Service, publisher · Wikimedia Commons

Autor

Walter Winans

Amerikanischer Sportschütze, Pferdezüchter, Bildhauer und Autor, Olympiasieger 1908 und 1912

Geboren
5. April 1852, Sankt Petersburg
Gestorben
12. August 1920, Dagenham
Staatsangehörigkeit
Vereinigte Staaten
Beruf
Bildhauer, Maler, Sportschütze, Schriftsteller und Philosoph

Leben und Werk

Walter Winans (* 5. April 1852 in Sankt Petersburg; † 12. August 1920 in Barking, Greater London) war ein amerikanischer Sportschütze, Pferdezüchter, Bildhauer und Autor. Er gewann im Schießen eine Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1908 und eine Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1912, bei denen er darüber hinaus in den Kunstwettbewerben den ersten Platz in der Bildhauerei belegte. Damit ist er neben dem Ungarn Alfréd Hajós, der 1896 im Schwimmen zweifacher Olympiasieger wurde und 28 Jahre später eine Silbermedaille im Bereich der Architektur erhielt, der einzige Olympiateilnehmer, der sowohl in einer sportlichen als auch in einer künstlerischen Disziplin olympische Medaillen errang.

Leben

Walter Winans, der väterlicherseits von niederländischen und mütterlicherseits von französischen Vorfahren abstammte, wurde 1852 im russischen Sankt Petersburg geboren, weil sein Vater William L. Winans dort am Bau der Bahnverbindung nach Moskau beteiligt war. Er lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr in Sankt Petersburg, wo er auch seine Schulbildung erhielt, und zog dann mit seinen Eltern nach England. Obwohl er bis an sein Lebensende in Europa ansässig war und erst zehn Jahre vor seinem Tod beim Besuch einer Pferdeausstellung 1910 in New York für wenige Tage erstmals amerikanischen Boden betrat, behielt er zeit seines Lebens die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Da er aufgrund der Tätigkeit seines Vaters finanziell unabhängig war und kein Interesse an eigenen geschäftlichen Aktivitäten zeigte, konnte er sich seinen sportlichen und künstlerischen Neigungen widmen. Er gewann zwölf Mal in Folge die englischen Meisterschaften im Revolverschießen und war darüber hinaus auch in der Pferdezucht und im Trabrennsport erfolgreich. In dem zwischen 1868 und 1914 erschienenen englischen Wochenmagazin Vanity Fair, das in den meisten Ausgaben eine ganzseitige lithografische Karikatur eines zeitgenössischen Prominenten enthielt, erschienen 1893 („The Record Revolver Shot“) und 1909 („Tracks and Triggers“) zwei Darstellungen seiner Person. Bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in London errang er eine Goldmedaille im Schießen in der Disziplin „Laufender Hirsch Doppelschuss“. Vier Jahre später bei den Spielen in Stockholm belegte er mit dem amerikanischen Team den zweiten Platz im Mannschaftswettbewerb „Laufender Hirsch 100m Einzelschuss“. Darüber hinaus gewann er bei den Kunstwettbewerben während der Spiele von 1912 eine Goldmedaille im Bereich der Bildhauerei für seine aus Bronze gefertigte Skulptur „Amerikanischer Traber“ (An American Trotter), die er nach den Spielen dem Nationalen Olympischen Komitees Schwedens zur Ausstellung im Schwedischen Sportmuseum in Malmö überließ.

Text: “Walter Winans”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Walter Winans

1 buch