William Frend De Morgan (* 16. November 1839 in London; † 15. Januar 1917 ebenda) war ein britischer Künstler des Arts and Crafts Movement und Schriftsteller.
Leben
De Morgan wurde in eine Familie französischer Hugenotten geboren. Sein Vater, Augustus De Morgan, war der erste Mathematikprofessor am neu gegründeten University College London. Seine Mutter, Sofia Elizabeth Frend, war eine Frauenrechtlerin, die sich gemeinsam mit Elizabeth Fry am Anfang des 19. Jahrhunderts für Gefängnisreformen, Religionsfreiheit und das Frauenwahlrecht einsetzte.
Im Jahre 1859 wurde De Morgan in die Royal Academy Schools aufgenommen. Dort studierte er gemeinsam mit Frederick Walker und Simeon Solomon. Henry Holiday, der zu seinem Bekanntenkreis zählte, stellte ihn dem Künstler und Dichter William Morris vor. Nach dieser Begegnung wendete sich De Morgan der dekorativen Kunst zu und begann, Experimente im Bereich der Glasmalerei zu machen.
Im Jahr 1863 trafen William Morris, William De Morgan und der Maler Edward Burne-Jones zusammen. Da Morris bisher wenig erfolgreich in der Gestaltung von Keramikgegenständen war, übernahm De Morgan die Fliesenproduktion in dessen Betrieb. Bald begann er, eigene Fliesen zu gestalten und arbeitete danach noch viele Jahre lang mit Morris zusammen, mit dem er sich anfreundete.
De Morgan war mit der Malerin Evelyn De Morgan verheiratet, die den sogenannten „präraffaelitischen“ Stil pflegte.
Schaffensphase
Der Arabische Saal im Leighton House
Von Frederic Lord Leighton erhielt De Morgan den Auftrag, den arabischen Saal seines Hauses mit den von Lighton während seiner Reisen gesammelten türkischen, persischen und syrischen Fliesen auszustatten. Diesen Saal hatte der Architekt George Aitchison entworfen. Die Arbeit mit der orientalischen Keramik und den vielfältigen Mustern des Nahen Ostens beeinflusste De Morgans späteres Schaffen.