Sir William Francis Butler GCB (* 31. Oktober 1838 in Golden, County Tipperary; † 7. Juni 1910 in Bansha, County Tipperary) war ein britischer Lieutenant General und Autor. Er kämpfte in verschiedenen britischen Kolonialkriegen (u. a. an der Goldküste und in Südafrika) und verfasste vielbeachtete Reiseberichte, Biographien und Werke der erzählenden Literatur. Butler war Mitglied der Royal Geographical Society.
Kindheit und erste Einsätze
William Butler entstammte einer verarmten Familie der irischen Gentry, die von Thomas Butler, 10. Earl of Ormonde, abstammt. Er war das siebte Kind von Richard Butler (1792–1870), Gutsherr von Suirville im County Tipperary, aus dessen Ehe mit Elinor Dillon. Zu Williams frühesten Kindheitserinnerungen gehörten die Große Hungersnot in Irland, die Vertreibungen und Daniel O’Connell. Da die Familie römisch-katholisch war, waren die Katholikenverfolgung, die Strafgesetze und die britische Regierung ständiges Thema. Diese Dinge hinterließen bei William einen bleibenden Eindruck. Seit 1847 besuchte er das Jesuitenkolleg in Tullabeg, King’s County, und danach Dr. James Quinn’s School in Dublin.
Am 17. September 1858 trat Butler als Ensign des 69. Regiments zu Fuß in die britische Armee ein. Er diente zwei Jahre lang im Depot in Fermoy. Üblicherweise wurden die Regimenter, in einem Rotationssystem, in den Kolonien eingesetzt, bei dem die Depotkompanien in der Heimat verblieben. Danach ging Butler nach Tonghoo in Burma, wo das Hauptquartier des Regiments stationiert war. Im Frühjahr 1862 wurde das Regiment nach Madras verlegt und 1863 nahm Butler zwei Monate Urlaub, um die Westküste Indiens von Kalkutta bis Kap Cormorin zu bereisen. In Vellore sorgte er dafür, dass für die 1806 dort getöteten Angehörigen seines Regiments ein Denkmal errichtet wurde. Am 17. November 1863 wurde er zum Lieutenant befördert.