Porträt von William Muir
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Autor

William Muir

Britischer Kolonialpolitiker, Orientalist, Missionswissenschaftler, Islamwissenschaftler

Geboren
27. April 1819, Glasgow
Gestorben
11. Juli 1905, Edinburgh
Staatsangehörigkeit
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
Beruf
Historiker, Politiker, Schriftsteller, Missionar und Philologe

Leben und Werk

Sir William Muir KCSI (* 27. April 1819 in Glasgow; † 11. Juli 1905 in Edinburgh) war ein britischer Kolonialpolitiker, Orientalist, Missionswissenschaftler und einer der bedeutendsten britischen Islamwissenschaftler des 19. Jahrhunderts.

Jugend und Ausbildung (1819–1837)

William Muir war das achte und letzte Kind des Kaufmanns William Muir, welcher zwei Jahre nach seiner Geburt starb, und dessen Ehefrau Helen. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Kilmarnock und später nach Edinburgh, wo er, wie auch in Glasgow, die Universität besuchte. Jedoch schloss er das Studium an keiner der beiden Universitäten ab. Die Beziehungen seines Großonkels, Sir James Shaw, ehemals Bürgermeister und Stadtkämmerer von London, ermöglichten es aber, dass William (wie seine drei Brüder John, James und Mungo) in die Dienste der East India Company genommen wurde. Nachdem er im Haileybury College auf seine Tätigkeit in der Zivilverwaltung in Indien vorbereitet worden war, verließ er England und erreichte am 16. Dezember 1837 seinen ersten Einsatzort, Bombay.

Dienstzeit in Indien (1837–1876)

In Bombay, wie später in den Distrikten Cawnpore (das heutige Kanpur), Bundelkhand und Fatehpur Sikri, war er zunächst als einfacher Beamter für die Erhebung und Einziehung der Grundsteuer zuständig. Durch den so gegebenen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung hatte er die Möglichkeit, die lokalen Dialekte, Bräuche und religiösen Riten kennenzulernen. Die Verwendung dieses Wissens für die administrativen und politischen Aufgaben sowie seine eiserne Arbeitsmoral – es wird berichtet, dass Muir jeden Morgen um 4 Uhr mit der Arbeit begann – ermöglichten es ihm, in den insgesamt 39 Jahren seines Dienstes für die East India Company und die britische Kolonialregierung Indiens Karriere zu machen: Nachdem er zunächst in die Leitungsebene der Steuerbehörde aufgestiegen war, wurde er 1847 zum Minister der Regierung der Nordwest-Provinzen Indiens mit Sitz in Agra berufen. Während des Sepoy-Aufstandes von 1857 wurde er von Vizegouverneur John Russell Colvin kurz vor dessen Tod mit der Führung der Geschäfte der Provinzregierung und der Leitung des Nachrichtendienstes beauftragt. Nach dem Aufstand bekleidete Muir wieder das Amt eines Ministers in der Provinzregierung, bis er 1864 in den Legislativrat Indiens berufen wurde. 1867 ernannte ihn der Vizekönig Lord John Laird Mair Lawrence zum Außenminister der britischen Kolonialregierung von Indien. Im selben Jahr wurde er als Knight Commander des Order of the Star of India geadelt. Schon ein Jahr später trat er von diesem Amt zurück und wurde Vizegouverneur der Nordwest-Provinzen; dieses Amt bekleidete er bis 1874. Nach einem kurzen Aufenthalt in Großbritannien war Muir während der beiden letzten Jahre seiner Dienstzeit in Indien (1874–76) Mitglied im Exekutivrat der britischen Kolonialregierung. 1876 war Muir als Nachfolger von Lord Northbrook als Vizekönig von Indien im Gespräch, lehnte das Amt jedoch ab. Stattdessen kehrte Muir nach Großbritannien zurück.

Text: “William Muir”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.