Portrait of Otto Anthes
Photo: Robert Mohrmann · Wikimedia Commons

Author

Otto Anthes

German author (1867–1954)

Born
October 7, 1867, Michelbach
Died
November 19, 1954, Wiesbaden
Nationality
Germany
Occupation
Writer, pedagogue, theologian and teacher

Life and work

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Otto Anthes (* 7. Oktober 1867 in Michelbach an der Aar; † 19. November 1954 in Wiesbaden) war ein deutscher Pädagoge und Schriftsteller.

Leben

Otto Anthes war der Sohn des evangelisch-lutherischen Pastors Eugen Anthes und zweites von sieben Kindern. Fast seine gesamte Kindheit verbrachte er in Kaub am Rhein. Nachdem er 1886 das Abitur am Fürstlichen Landesgymnasium in Korbach (heute Alte Landesschule Korbach) in Waldeck abgelegt hatte, begann er noch im selben Jahr an der Universität Leipzig und später in Halle (Saale) Theologie, alte Sprachen und Germanistik zu studieren.

Nach seinem Studium ging Anthes 1891 in den Schuldienst. Als Lehrer war er zuerst in Weidenau an der Sieg, dann in Altenburg und in Sondershausen tätig. 1898 wurde er zum Oberlehrer befördert und nach Gera versetzt, an die Zabelsche höhere Töchterschule (heute: Zabel-Gymnasium). Seit 1903 lebte Anthes als Oberlehrer in der Freien und Hansestadt Lübeck und unterrichtete Deutsch und evangelische Religion an der staatlichen Ernestinenschule zu Lübeck, einer höheren Mädchenschule, seit 1919 Mädchengymnasium. Seine Laufbahn als Professor (seit 1909) und Oberstudienrat (seit 1924) beendete er am 1. April 1926 aus gesundheitlichen Gründen; danach war er als freier Schriftsteller tätig.

Während seiner Zeit in Lübeck wirkte er u. a. auch als bürgerliches Mitglied der Theaterbehörde (1918–1933), als Mitbegründer und erster Vorsitzender des Lübecker Volksbühnenvereins (1921–1933 und erneut 1946 bei der Neugründung), als Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft, als Mitglied im Ausschuss für die Freilichtbühne und als Schriftleiter der Kulturzeitschriften Die Trese und Die Salzspeicher. In der winzigen Künstlerkneipe Zur Eule, benannt nach dem Wirt Friedrich Eulert, war er gut 16 Jahre lang Mittelpunkt beim allabendlichen Stammtisch, zu dem neben zahlreichen Lübecker Größen der Maler Karl Gatermann d. Ä. gehörte, zeitweise auch die Schauspielerin Fita Benkhoff, der Redakteur, Politiker und ein späteres Opfer des Hitlerattentats vom 20. Juli 1944 Julius Leber oder das stadtbekannte Lübecker Original Ernst Albert, der im Adressbuch die Berufsbezeichnungen führte: Theaterdirektor, Ober-Präparator am Museum am Dom und Gelegenheitsdichter. Weitere Gäste des Stammtisches waren gelegentlich der Dirigent Hermann Abendroth, der Regisseur Jürgen Fehling und der Dichter Herbert Eulenberg; auch Joachim Ringelnatz und selbst Thomas Mann wurden gesehen.

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